Über uns
Wir, die Burgkellerburschenschaft Arminia auf dem Burgkeller zu Jena, sind ein Zusammenschluss von Studenten und ehemaligen Studenten aller Fachrichtungen, die an der Friedrich-Schiller-Universität oder an der Fachhochschule in Jena immatrikuliert sind bzw. waren. Aufgrund unserer Exilzeit studierten viele Bundesbrüder an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität. Aus diesem Grund fühlen wir uns der Stadt Mainz und der dortigen Universität freundschaftlich verbunden.
Unsere Burschenschaft fühlt sich als unmittelbare Nachfolgerin der Urburschenschaft, deren Idealen von 1815 verpflichtet und führt aus diesem Grunde den Wahlspruch „Ehre – Freiheit – Vaterland“.
Ehre
Für uns ist es erforderlich, dass ein jedes Mitglied unserer Verbindung in seinem Leben stets eine aufrechte und wahrhafte Haltung im Denken, Reden und Handeln gegenüber anderen und gegenüber sich selbst beweist. Es ist die Pflicht eines jeden, die eigene Würde und die eines jeden Mitmenschen zu achten und zu verteidigen.
Freiheit
Um die Freiheit, die innere und äußere, die Freiheit des einzelnen und die Freiheit des ganzen Volkes und unseres Vaterlandes ist immer wieder gerungen und gekämpft worden. Sie war eines der Ziele der Gründer der Urburschenschaft, und sie ist auch heute noch das Ziel der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller. Frei sein in geistiger Beziehung bedeutet kritische Prüfung, Ablehnung von Vorurteilen und Überheblichkeit, Gewinnen eines selbstständigen Urteils. Frei sein bedeutet aber auch, die Meinung anderer zu achten sowie Verantwortung tragen zu wollen für Staat und Gemeinschaft. Zügellosigkeit, als falsch verstandene Freiheit, hat die Urburschenschaft und die gesamte burschenschaftliche Bewegung stets bekämpft. Für die Freiheit und Selbstständigkeit unseres Volkes, für die Freiheit der Meinung in Wort und Schrift hat sie gestritten. Dafür sind Burschenschafter ins Gefängnis gegangen oder haben, um sich der Verfolgung zu entziehen, ihre Heimat verlassen. Die Burschenschaft selbst wurde oft verboten, aber ihre Mitglieder gaben dieses Ziel nicht auf. Und dieses Ziel wurde schließlich auch verwirklicht. Wenn heute die Grundrechte im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland die Freiheit der Meinung in Wort und Schrift, die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und das Recht eines jeden auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit schützen, so dürfen wir mit Genugtuung feststellen, dass das Streben der Burschenschaft um die Erreichung dieser Ziele nicht vergeblich war. Schon deshalb müssen wir von den Mitgliedern unserer Burschenschaft erwarten, dass sie das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland respektieren und achten.
Vaterland
Unter Vaterland im engeren Sinne begreifen wir das räumliche Zusammenleben in einer staatlichen Gemeinschaft. Im weiteren Sinne verstehen wir darunter das Bekenntnis zu der durch gemeinsame Geschichte, Kultur und Sprache gekennzeichneten Gemeinschaft aller Deutschen. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit lehren uns nicht nur Respekt vor der Ehre und der Freiheit, sondern auch vor dem Vaterland jedes anderen Menschen.
Politischer Anspruch
Jedes Mitglied unserer Burgkellerburschenschaft ist angehalten, sich mit Politik zu beschäftigen und einen eigenen politischen Standpunkt zu entwickeln. Ziel ist nicht eine bestimmte politische Überzeugung, sondern eine aktive, wenn vielleicht auch nur geistige, Anteilnahme am politischen Leben in unserem Land, in Europa und der Welt.
Das Miteinander von älteren und jüngeren Bundesbrüdern
In unserer Burschenschaft pflegen wir das Lebensbundprinzip, wer einmal Bundesbruder geworden ist, bleibt es ein Leben lang. So sieht natürlich nur das Ideal aus, denn hin und wieder tritt ein Bundesbruder leider auch wieder aus. Dennoch ist unsere Burschenschaft eine Generationen übergreifende Gemeinschaft in der Freundschaften fürs Leben geschlossen werden, in der man sich gegenseitig unterstützt und die stets eine Heimat für jeden Bundesbruder darstellt, in die er immer wieder gerne zurückkehrt. Die Grundlage für den Bund bildet die gemeinsame Aufgabe, die Ziele und Tradition der Urburschenschaft weiter leben zu lassen und in die Zukunft zu tragen. Auch die Pflege weiterer Traditionen und das Fechten als Ausdruck der Wehrhaftigkeit und zur Stärkung der Gemeinschaft sind wichtige Bestandteile des Bundeslebens. Als äußeres Zeichen unserer gegenseitigen Verbundenheit tragen wir das schwarz-rot-goldene Band.
Einander erziehen
Wie oft hört und liest man von sog. „soft skills“, welche für den Akademiker von heute unentbehrlich sind. Wir pflegen eine Gemeinschaft in der soziale und gesellschaftliche Kompetenzen von jedem gefordert werden, denn ein Miteinander im burschenschaftlichen Sinn ist nur unter Herausbildung eben solcher Eigenschaften möglich. Um dies zu fördern führen wir Kränzchen, Fächer übergreifende Vortragsabende, Theaterbesuche, Tanzstunden, Rhetorikseminare, Partys und vieles mehr durch. Natürlich machen viele dieser Veranstaltungen großen Spass, jedoch soll insbesondere den jungen Bundesbrüdern dadurch eine bessere Vorbereitung auf ihr späteres Leben ermöglicht werden.
Wissenschaftlichkeit
Das Studium muss für jeden Studenten an erster Stelle stehen, denn zu diesem Zwecke ist er ja in´s schöne Jena gekommen. In unserer Burschenschaft gilt für jeden Bundesbruder das Wissenschaftlichkeitsprinzip, d.h. dass er zuerst seine Studienleistungen zu erbringen hat und danach erst den Müßiggang pflegen kann. Der enge Kontakt zu Alten Herren und Bundesbrüdern in höheren Semestern ermöglicht es, dass man sich mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Hans-Bruns-Stiftung gewährt einzelnen Bundesbrüdern ein Stipendium für deren Leistungen im Studium.

