Chronik
1813 Februar, Bildung des Lützowschen Freikorps unter Beteiligung Jenaer Studenten
1814 August, Beginn der militärischen Übungen der Jenaer „Wehrschaft“
1815 12, Juni, Gründung der Jenaischen Burschenschaft im Gasthof „Grüne Tanne“
1816 31. März, Ablösung der ersten rot-schwarzen durch die goldumsäumte und zum Wartburgfest mitgeführte rot-schwarz-rote Fahne, aus der später Schwarz-Rot-Gold entstand
1818 29. März bis 3. April, 1. Burschentag in Jena, Annahme der 19 Punkte als Grundlage einer künftigen Verfassung 10. bis 18. Oktober, 2. Burschentag in Jena, Gründung der „Allgemeinen Deutschen Burschenschaft“
1819 23. März, Ermordung des russischen Gesandten und Schriftstellers Kotzebue durch den ehemaligen Jenaer Burschenschafter Karl Ludwig Sand 20. September, Annahme der im August gefassten Karlsbader Beschlüsse, die u.a. die Auflösung der Burschenschaft bestimmten, durch den Frankfurter Bundestag; Einsetzung der Zentraluntersuchungskommission in Mainz 26.November, feierliche Auflösung der Jenaischen Burschenschaft nach der Ermordung Kotzebues durch Sand und wegen der Karlsbader Beschlüsse
1830 Trennung: Die „Neue Jenaische Burschenschaft“ (Arminen, rote Mützen) zieht über die „Rose“ auf den „Fürstenkeller“, die „Alte Jenaische Burschenschaft“ (Germanen, vorübergehend schwarze, ab Herbst 1831 – nach Vorbild der Erlanger Germanenpartei – ausschließlich weisse Mützen) bleibt auf dem Burgkeller. Alle Mitglieder (ca. 280 – 300) trugen das schwarz-rot-goldene Band. (Vor 1830 gab es in der Jenaischen Burschenschaft keine bestimmte Mützenfarbe.)
1832 27. Mai, Hambacher Fest, unter den Teilnehmern auch Jenaische Burschenschafter, die burschenschaftliche Fahne erhält dabei ihre Weihe als deutsche Volks- und Freiheitsfahne. Weinachten, der Stuttgarter Burschentag beschließt die Beteiligung der Burschenschaft an der als unabwendbar geltenden Revolution.
1833 3. April, Frankfurter Wachensturm unter Beteiligung von etwa 40 Mitgliedern der Burschenschaft, darunter auch Jenaer Burschenschafter. Nach seinem Misslingen zahlreiche Hochverratsprozesse; der ausgetretene Jenaer Burschenschafter Fritz Reuter wird zum Tode verurteilt, später zu Haft begnadigt; Unterdrückung jedweden Verbindungswesens durch die Frankfurter Bundeszentralbehörde; Mitglieder der aufgelösten Germania und der Arminia vereinigen sich insgeheim zur „Gesellschaft auf dem Burgkeller“ (ab 1836 wieder "Jenaische Burschenschaft")
1840/49 studentischer Progress, erneute Trennung (1849), Minderheit zieht sich auf den Fürstenkeller, Mehrheit verbleibt auf dem Burgkeller. Dort 1843 Abspaltung der progressistischen „Burschenschaft auf dem Bären.“
1844 Vereinigung von „Burgkeller“ und „Bär“ zur „Verbindung auf dem Burgkeller“ (Farben: Schwarz-Rot-Gold, von unten, rote Mützen)
1845 Gründung der Teutonia durch den Progress ablehnende konservative vormalige Burgkelleraner (Farben: Schwarz-Rot-Gold, von unten, als besondere Kennzeichen: Blau-Weiss-Gold, von unten, blaue Mützen)
1846 Spaltung des Fürstenkellers. Der nicht zum Burgkeller zurückkehrende Teil gründet die Burschenschaft Germania (Farben: Schwarz-Rot-Gold, von unten auf weissen Grund, weisse Mützen)
1848 aktive Beteiligung zahlreicher progressistischer Burgkelleraner an der demokratisch- republikanischen Erhebung in Thüringen
1848/49 unter den Mitgliedern der Frankfurter Nationalversammlung einige vormalige jenaische Burgschenschafter (u.a. der erste Präsident Heinrich von Gagern)
1849/50 fielen zwei Bundesbrüder im Kampf um die Freiheit Schleswig-Holsteins
1859 4. August, nach der Lösung vom Progress nennt sich der Burgkeller „Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller“
1870/71 fielen oder starben an den Kriegsfolgen sechs Bundesbrüder im deutsch- französischen Krieg.
1881 auf Initiative des Jenaer DC Gründung des „Allgemeinen Deputierten Convents“ (ADC) als Zusammenschluss der Burschenschaften an reichdeutschen Universitäten, bestand bis 1935, seit 1902 als „Deutsche Burschenschaft“
1883 Enthüllung des Burschenschafter-Denkmals auf dem Eichplatz in Jena
1893 8. Oktober, Erwerb des „Burgkellers“
1897 Zusammenschluss der fünf Burschenschaften Arminia a.d.B. Jena, Bubenreuther Erlangen, Alemannia Bonn, Arminia Marburg und Brunsvigia Göttingen. Nach der Mützenfarbe geben sie sich den Namen „Roter Verband“ (RV). Beitritt der Burschenschaften Pflüger Halle (heute zu Münster) 1906 und Obotritia Berlin 1958.
1914/18 fielen und starben an den Kriegsfolgen im Ersten Weltkrieg 73 Bundesbrüder
1921 erstes Erscheinen der „Burgkeller-Zeitung“
1930 Bekenntnis der Burgkellers zum arministischen Standpunkt, Empfehlung an die studierenden Mitglieder, keiner Partei beizutreten bzw. deren Abzeichen zu tragen
1932 nach anfänglichen Sympathien für nationalsozialistische Ideen entschiedener Widerstand gegenüber dem Alleinvertretungsanspruch des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB)
1933 erzwungene Einführung des Führerprinzips, Eingriffe in die Rechte der Einzelburschenschaften, Altherrenschaft und Jungburschenschaft werden miteinander verschmolzen; verstärkter Widerstand
1935 18. Oktober, Auflösung der Burschenschaft auf der Wartburg, Ablegung der Farben; Überführung als „Kameradschaften“ in den NSDStB; Bbr. Otto Costabell (SS 1898) rettet die Urburschenschafterfahne vor der Verbrennung
1936 23. Februar, Auflösung der Burgkellerburschenschaft, Fortsetzung der Tradition in der „Kameradschaft Metzel“ ab WS 1937/38 bzw. „Kameradschaft Lützow“ ab SS 1939
1939/45 fielen oder starben an den Kriegsfolgen im Zweiten Weltkrieg 108 Bundesbrüder
1945 19. März, Zerstörung des Burgkellers durch einen sinnlosen anglo-amerikanischen Bombenangriff
1950 6. Mai, die Altherrenschaft übernimmt die am 9. März 1949 in Mainz gegründete Burschenschaft Moguntia. Mittelpunkt war zunächst das Gasthaus Johann Becker XXXIX in Gonsenheim, dann eine Etage in der Mainzer Innenstadt (Steingasse)
1952/54 Satzung der Altherrenschaft, Ordnung für den Ehrenrat (1952), Grundgesetz (1953) sowie Richtlinien und Satzung (1954) von der Bundesversammlung verabschiedet
1956 Erwerb des Hauses in Mainz, Ritterstaße 6
1966 Burschentag in Landau unter Vorsitz der Burgkellerburschenschaft
1970 Neufassung des Grundgesetzes und der Richtlinien
1971 Umwandlung des Jeneser DC in Jenaische Burschenschaft, gemeinsame Satzung und Verfassung sowie gemeinsame Ehrenordnung und erweitertes Fahnenabkommen
1985 gemeinsames Stiftungsfest von Arminia, Germania und Teutonia in Göttingen
1988/89 Vertagung
1990 10. Februar, Beschluss über die Rückkehr nach Jena, 12. Juni, gemeinsamer Kommers von Arminia, Germania, Jenensia (Neugründung die bis 1999 existierte) und Teutonia im „Schwarzen Bären“ zu Jena
1991 23. Februar, Rückkehr der Burgkellerburschenschaft nach Jena (Otto-Schott-Straße 14), 6. April, Fuchsturmkneipe (erstes öffentliches Wiederauftreten in Jena seit 1936) 30. Mai, erster Pauktag seit 1937 (gegen Corps Thuringia in Wöllnitz)
1992 22. Februar, Beschluss über den Verkauf des Hauses in Mainz sowie über den Erwerb und Ausbau der „Grünen Tanne“ in Jena, 2. Juni, Beginn der Restaurierung der „Grünen Tanne“, Änderung der Satzung der Altherrenschaft
1993 12. Juni, Richtfest und erster Pauktag auf der „Grünen Tanne“ gegen Corps Thuringia
1994 10. Juni, akademischer Festakt in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität anlässlich der historisch getreuen Wiedererrichtung der „Grünen Tanne“ und des Einzugs der Burgkellerburschenschaft in ihre neue Heimstätte
1995 Trennung vom RV, dessen Mitglieder (außer Burgkeller und Pflüger Münster) mit anderen Burschenschaften die "Neue Deutsche Burschenschaft" (NDB) gründen
1996 3. Mai, Vergleichsvertrag mit der Stadt Jena, Festlegung des Eigentums des Burgkellers an den Insignien der Urburschenschaft, 12. Oktober, Festakt und Anbringung der „Heinrich-von-Gagern-Gedächtnistafel“ an der „Grünen Tanne“
1997 22. Februar, Freundschaftsverhältnis mit der Leipziger Burschenschaft Germania von 1818
2007 13. Oktober, Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller beschließt den Austritt aus dem Dachverband "Deutsche Burschenschaft"
